Natasa Berk

Polaroid 2001 4' 25"

Natasa Berk interessiert sich für das Lapidare und vermeintlich Nebensächliche in ihrem Leben und präsentiert ihre Beobachtungen via Foto, Video oder Installation unmittelbar und ohne Schnörkel – aber mit einer irritierenden visuellen Bruchstelle versehen und oft unterfüttert mit Ironie und Humor. Gleichgültig, ob sie Schuhe zu kaufen versucht und am Größenangebot scheitert, oder ob sie sich 1 Stunde in einer Damentoilette vor den Spiegel stellt und die Reaktionen der hereinkommenden Frauen aufzeichnet – dieser mit der Handkamera beharrlich seine Umgebung vermessende Blick weist geradewegs auf die Betrachter, ihre Erwartungshaltungen und Projektionen zurück. Berk bietet subjektiv erfahrene und medial vermittelte Bilder an, von denen wir letztlich nicht wissen, woher sie tatsächlich stammen. Wie ist das Verhältnis der ,Realität‘ zu ihren ,Abbildern‘? Produzieren gar die Maschinen selbst diese Realität und ihre Wiedergabe? – zu vermuten ist dies, wenn eine alte Fotokamera wie am Laufband Polaroids mit unterschiedlichsten Motiven auswirft, wobei die Quelle für das Image immer unbekannt bleibt. Nur noch ein (menschlicher) Finger ist notwendig, um den Auslöser zu betätigen, im übrigen ist die Maschine autark und gebiert die Bilder selbständig.

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