Ursula Palla

flowers I 2001 3' 15''

,flowers I‘ zeigt einen üppigen Blumenstrauß, in einer dunklen Keramikvase vor blauem Hintergrund, scheinbar ruhig und regungslos, nur ein sanfter Luftzug bewegt die Blumen geringfügig: ein heiteres, leichtes Stilleben, das der Malerei des 17./18. Jahrhundert nachempfunden zu sein scheint. Doch ganz unerwartet wird man jäh durch die Explosion des Blumenstraußes aus der frohgemuten, entspannten Stimmung gerissen. In der ursprünglichen Präsentation dieser Arbeit wird die Explosion durch das Herantreten des Betrachters ausgelöst, sodass die Besucher durch ihr Verhalten zu Tätern, zum auslösenden Moment dieser Katastrophe werden (aus technischen Gründen kann dies im Rahmen von kunst-en-passant nicht realisiert werden).
Die oberflächliche Schönheit des nature mortes wird von Ursula Palla mit den Mitteln des Videos in die technologisch beherrschte, digitale Bildwelt transponiert. „Es entsteht ein Pendeln zwischen analogem und digitalem Sein. Die Dialektik von Schönheit und Zerstörung, Abgrund und Zuversicht, das plötzliche Abkippen vom Guten ins Böse wird sichtbar. Erinnerungen an Geburt und Tod, an ein von Blumen begleitetes Leben, aber auch an die Langeweile in der Schönheit, welche das Perfekte zu verströmen vermag, und das Interesse an Zerstörung [...] werden wach.“ (Palla, 2002)

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